19. Februar 2026

Forschungsprojekt Timber Earth Slab mit der TU München

Der 1:1 TES Demonstrator © Professur für Digitale Fabrikation | Technische Universität München
An der Technische Universität München wurde im Rahmen des Forschungsprojekts Timber Earth Slab (TES) untersucht, wie sich Lehm und Holz zu einem leistungsfähigen, ressourcenschonenden Deckensystem kombinieren lassen. Das innovative Konstruktionssystem verbindet die statischen Vorteile von Holz mit den bauphysikalischen Eigenschaften von Lehm. Durch das gezielte Zusammenwirken dieser beiden regenerativen Materialien entsteht ein einheitliches, ressourceneffizientes Deckensystem für den mehrgeschossigen Holzbau.

Zusammenarbeit zwischen Praxis und Forschung

Als Industriepartner war unser Mutterhaus Blumer Lehmann am Projekt beteiligt, gemeinsam mit müllerblaustein, Leipfinger-Bader, Oxara und Florian Nagler Architekten. Seitens Blumer Lehmann wurde das Projekt durch unsere Co-Geschäftsführerin Bettina Baggenstos begleitet. Die enge Verzahnung zwischen Forschung und Praxis ermöglichte es, konstruktive, statische und produktionstechnische Fragestellungen iterativ zu klären und prototypisch umzusetzen.

 

Von Seiten TUM wurde das Projekt angestossen und geleitet durch die Professur für digitale Fabrikation, unterstützt durch den Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion, den Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen und den Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren. Finanziert wurde das Projekt durch die Industriepartner und die FNR.

Robotisch gefertigtes Holzelement befüllt mit Giesslehm © Professur für Digitale Fabrikation | Technische Universität München

Parametrisierte Planung und robotische Fertigung

Es wurde ein parametrisches Planungstool erarbeitet aus welchem direkt die Produktionsdaten für den Roboter geneiert werden. Der Lege-, Nagel- und Verleimprozess wurde protokolliert und beim Bau der Versuchskörper jeweils analysiert und optimiert. Für die Verfüllung mit Fliesslehm wurden Materialrezepturen, Fliessverhalten und Vergussprozesse untersucht.

Leistungs- und Kreislauffähigkeit

Die Versuche, Probekörper und das finale das 1:1 Mock-up zeigten, welches Potenzial in mineralisch-biogenen Hybridkonstruktionen liegt. Insbesondere im Hinblick auf Materialkreisläufe, Rückbaubarkeit und Reduktion grauer Energie überzeugt TES. Es entstand ein Deckensystem, das Tragfähigkeit, Speichermasse und konstruktive Logik zusammenführt.
  

Timber Earth Slab zeigt exemplarisch, wie Forschung und Industrie gemeinsam an zukunftsfähigen Bauweisen aus Lehm mit Holz arbeiten können.

Auch räumlich überzeugt das System mit der strukturierten, hybriden Oberfläche © Florian Nagler Architekten

Was wir aus dem Projekt mitnehmen

Für uns bei Lehmit war das Projekt in mehrfacher Hinsicht wertvoll:   
 

  • Erfahrungen mit Giesslehm in Zusammenarbeit mit Oxara, Leipfinger Bader und der TU München, insbesondere zu Materialverhalten, Trocknung und Einbindung in hybride Holzstrukturen.

  • Vertiefter Erfahrungsaustausch mit Hochschule und Industriepartnern, der neue Perspektiven auf Forschung, Standardisierung und Skalierung eröffnet hat.

  • Erkenntnisse zur digitalen Prozesskette, von parametrischer Planung bis zur robotischen Fertigung, die wir in unsere spezialisierte Fachplanung für Holz-Lehm-Konstruktionen integrieren können. 
     

Das im Projekt gewonnene Wissen fliesst direkt in unsere Arbeit ein, insbesondere in die Weiterentwicklung vorgefertigter Lehm-Holz-Systeme, in Fragen der Industrialisierung. In unserer fachplanerischen Begleitung für Lehm-Holzbau eruieren wir projektspezifisch die passende Lösung aus Lehm mit Holz.